Zwei Generationen sitzen an einem Holztisch und betrachten gemeinsam alte Familienfotos und ein Fotoalbum.

Unternehmensnachfolge und gemeinsamer Generationendialog

KI-generiert

„Ich möchte, dass du deinen eigenen Weg gehst.“ Und gleichzeitig vielleicht: „Aber doch nicht ganz anders, als ich es gemacht hätte.“ Unternehmensnachfolge ist voller solcher Widersprüche.

Die eine Generation hat über Jahrzehnte aufgebaut, entschieden, Risiken getragen und Verantwortung übernommen. Für sie ist das Unternehmen häufig weit mehr als ein wirtschaftlicher Wert. Es ist ein Teil der eigenen Lebensgeschichte. Die nächste Generation ist unsicher, ob sie wirklich in das Unternehmen einsteigen und die Verantwortung tragen möchte. Oder sie übernimmt möglicherweise genau dieses Lebenswerk – und möchte daraus trotzdem etwas Eigenes daraus machen.

Alles ist verständlich. Und genau darin liegt eine der großen Herausforderungen einer Nachfolge: Wie kann etwas weitergegeben werden, ohne dass die nächste Generation lediglich fortführen muss? Und wie kann etwas verändert werden, ohne das Bisherige abzuwerten?

Nachfolge findet nicht nur auf dem Papier statt

Eigentumsverhältnisse lassen sich regeln. Verantwortlichkeiten können definiert werden. Steuerliche und rechtliche Fragen gehören in professionelle Hände. Und trotzdem kann eine Unternehmensnachfolge ins Stocken geraten. Denn gleichzeitig findet etwas statt, das in keinem Übergabevertrag vollständig geregelt werden kann:

Beziehungen und Rollen verändern sich.

  • Aus der Tochter wird vielleicht die Geschäftsführerin.
  • Aus dem Sohn der Gesellschafter.
  • Aus Geschwistern werden Geschäftspartner.
  • Und jemand, der jahrzehntelang entschieden hat, soll plötzlich Entscheidungen anderen überlassen.

Damit verändern sich Rollen, Macht, Verantwortung und manchmal auch das Selbstbild der Beteiligten.

Die Fragen hinter der Nachfolge

Nicht alle wichtigen Fragen einer Unternehmensnachfolge sind wirtschaftliche Fragen. Manche klingen eher so:

  • Traut mein Vater mir wirklich zu, dieses Unternehmen zu führen?
  • Darf ich Dinge anders machen, ohne damit sein Lebenswerk abzuwerten?
  • Was bleibt von meiner Rolle, wenn ich nicht mehr gebraucht werde?
  • Möchte mein Kind dieses Unternehmen tatsächlich übernehmen – oder tut es das für mich?
  • Was bedeutet Gerechtigkeit, wenn eines unserer Kinder im Unternehmen arbeitet und die anderen nicht?
  • Wie treffen wir als Geschwister Entscheidungen, ohne wieder in die Rollen unserer Kindheit zurückzufallen?

Solche Fragen werden nicht immer ausgesprochen. Aber sie können Entscheidungen und Beziehungen erheblich beeinflussen.

Worum kann es im Generationendialog gehen?

Die Nachfolge soll vorbereitet werden.Was wünschen sich die einzelnen Beteiligten? Welche Erwartungen bestehen? Was wurde bisher noch nicht miteinander besprochen?
Es ist unklar, wer übernehmen möchte oder soll.Was ist eigener Wunsch – und was familiäre Erwartung? Welche unterschiedlichen Lebensentwürfe gibt es?
Die nächste Generation möchte Dinge verändern.Wo braucht sie Gestaltungsfreiheit? Was möchte die abgebende Generation bewahrt wissen?
Loslassen fällt schwer.Welche Verantwortung kann wann übergeben werden? Welche neue Rolle kann für die abgebende Generation entstehen?
Geschwister sollen gemeinsam übernehmen.Wie sollen Rollen, Verantwortung und Entscheidungen gestaltet werden? Welche alten Geschwisterdynamiken könnten hineinwirken?
Einige Kinder sind im Unternehmen, andere nicht.Was bedeutet Fairness für diese Familie? Wie unterscheiden sich Eigentum, Mitarbeit und Zugehörigkeit?
Die Übergabe ist formal längst erfolgt – aber nicht wirklich.Wo bestehen weiterhin unklare Verantwortlichkeiten, Erwartungen oder Einflussnahmen?
Zwischen den Generationen gibt es bereits Spannungen.Was steckt hinter den Positionen? Was wurde verletzt oder nicht gehört? Wie kann wieder ein tragfähiges Gespräch entstehen?

Was möchte ich weitergeben – und was darf sich verändern?

Eine gute Nachfolge braucht aus meiner Sicht beides: Kontinuität und Entwicklung. Die abgebende Generation darf benennen, was ihr wichtig ist. Welche Werte haben das Unternehmen geprägt? Welche Erfahrungen möchte sie weitergeben? Was soll erhalten bleiben? Und die nächste Generation braucht Raum für ihre eigene Antwort: Was davon möchte ich tragen? Was möchte ich weiterentwickeln? Und was möchte ich anders machen? Nachfolge bedeutet nicht, eine Kopie der vorherigen Generation zu werden. Und Loslassen bedeutet nicht, dass das bisher Geleistete an Bedeutung verliert. Im besten Fall entsteht etwas Drittes: eine Zukunft, die ihre Herkunft kennt und trotzdem eine eigene werden darf.

Aimée Bastian steht neben einem Flipchart „Unternehmensnachfolge“ mit den Schritten Vision, Dialog, Vertrauen, Übergabe, Zukunft.

Wenn Geschwister gemeinsam Verantwortung übernehmen

Eine besondere Dynamik entsteht, wenn mehrere Geschwister in die Nachfolge gehen. Denn ihre gemeinsame Geschichte beginnt nicht mit einer Geschäftspartnerschaft. Vielleicht war einer schon immer „der Vernünftige“, eine „die Kreative“, einer „der Kleine“. Vielleicht gab es unterschiedliche Nähe zu den Eltern oder das Gefühl, dass Leistung und Anerkennung nie ganz gleich verteilt waren. Solche Rollen verschwinden nicht automatisch an der Bürotür.

Im Generationendialog können wir deshalb frühzeitig darüber sprechen:

  • Wer möchte welche Verantwortung übernehmen?
  • Wer entscheidet worüber?
  • Wie gehen wir mit unterschiedlichen Stärken um?
  • Was bedeutet für uns Fairness?
  • Und wie möchten wir Konflikte austragen, wenn sie entstehen?

Je früher solche Fragen besprochen werden, desto weniger müssen sie später über Sachkonflikte ausgetragen werden.

Loslassen ist ebenfalls eine Aufgabe

Bei Nachfolge wird häufig darüber gesprochen, ob die nächste Generation bereit ist. Mindestens genauso interessant ist die Frage: Ist die vorherige Generation bereit? Wer jahrzehntelang Verantwortung getragen hat, gibt nicht nur Aufgaben ab. Vielleicht auch Einfluss. Status. Tagesstruktur. Zugehörigkeit. Und einen Teil der eigenen Identität. Deshalb finde ich es wenig hilfreich, Loslassen lediglich einzufordern. Viel interessanter wäre es doch, herauszufinden: Was braucht es, damit Loslassen möglich wird? Welche Rolle kann danach entstehen? Wie viel Beratung ist gewünscht? Wo endet Beratung und beginnt Einmischung? Wann wird welche Entscheidung tatsächlich übergeben? Auch darüber darf offen gesprochen werden.

Zwei Menschen sitzen an einem Holztisch und betrachten alte Schwarz-Weiß-Familienfotos, ein Fotoalbum, ein Heft mit der Aufschrift „Familiengeschichte“ und einen von Hand gezeichneten Stammbaum.

So kann ein Generationendialog aussehen

Jede Unternehmerfamilie ist anders. Deshalb arbeite ich nicht mit einem starren Standardprozess. Je nach Situation können zunächst Einzelgespräche sinnvoll sein. So bekommt jeder Beteiligte Raum, die eigenen Perspektiven, Wünsche und Bedenken zu sortieren. Anschließend bringen wir die relevanten Familienmitglieder gemeinsam an einen Tisch. Wir machen unterschiedliche Erwartungen sichtbar, klären Rollen und sprechen über Themen, die bisher vielleicht zwischen den Zeilen geblieben sind.

Die wirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Lösungen entwickeln Sie mit den entsprechenden Fachleuten.

Meine Aufgabe liegt auf einer anderen Ebene: Ich unterstütze Sie dabei, miteinander so ins Gespräch zu kommen, dass Entscheidungen nicht nur getroffen, sondern von den beteiligten Menschen möglichst auch verstanden und getragen werden können.

Und was soll von uns als Familie bleiben?

Eine Unternehmensnachfolge wirft häufig noch eine größere Frage auf: Was möchten wir eigentlich über das Unternehmen hinaus an die nächste Generation weitergeben?

  • Welche „Kinder“ wollen wirklich ins Unternehmen einsteigen?
  • Welche Werte verbinden uns?
  • Was bedeutet Verantwortung für uns?
  • Wie gehen wir mit Eigentum und Vermögen um?
  • Was aus unserer Familiengeschichte soll bleiben?

Wenn Sie diese Fragen vertiefen möchten, kann sich an den Generationendialog ein Prozess zur Entwicklung einer gemeinsamen Familienvision & Family Legacy anschließen.

„Für eine gelungene Nachfolge braucht es Respekt und Anerkennung für die Leistungen und Erfahrungen der vorangehenden Generation verbunden mit Neugier und Vertrauen in die Ideen und das Verantwortungsgefühl der nächsten.“

Aimée Bastian

Was ich für Sie tun kann

Ich begleite den Generationendialog als unabhängige Gesprächspartnerin und Moderatorin. Dabei verbinde ich systemische und hypnosystemische Coachingansätze mit meiner langjährigen Erfahrung in Unternehmenskommunikation und der Arbeit mit Unternehmen und Führungskräften. Ich höre zu, frage nach und achte darauf, dass unterschiedliche Perspektiven Raum bekommen – auch diejenigen, die am Familientisch vielleicht weniger laut vertreten werden. Und ich unterstütze dabei, zu unterscheiden: Was ist eine Sachfrage? Was ist eine Beziehungsfrage? Und was braucht gerade welche Art von Lösung?

Eine Nachfolge steht an?

Dann müssen Sie nicht warten, bis unterschiedliche Vorstellungen zum Konflikt werden. In einem vertraulichen und kostenfreien Erstgespräch schauen wir darauf, wo Ihre Familie im Nachfolgeprozess steht, wer beteiligt werden sollte und welcher Rahmen für einen Generationendialog sinnvoll ist.

Wichtiger Hinweis

Meine Begleitung konzentriert sich auf Kommunikation, Beziehungen, Rollen und die Zusammenarbeit der beteiligten Generationen. Sie ersetzt keine rechtliche, steuerliche, finanzielle oder betriebswirtschaftliche Nachfolgeberatung.

Nach oben scrollen