Auf einem Holzboden liegen fünf farbige Karten mit den Schritten der Gewaltfreien Kommunikation; ringsum stehen die Füße mehrerer Personen.

Elterncoaching – wenn Sie sich fragen: Was können wir noch tun?

KI-generiert

Elternsein kann wunderschön sein. Und es kann uns an Grenzen bringen, von denen wir vorher nicht einmal wussten, dass wir sie haben.

Vielleicht erkennen Sie Ihr Kind manchmal kaum wieder. Es zieht sich zurück, wird schnell wütend, verweigert sich oder scheint für nichts mehr erreichbar zu sein. Vielleicht gibt es täglich Diskussionen über Schule, Medien, Ordnung oder Regeln. Vielleicht machen Sie sich Sorgen, weil Ihr Kind ängstlich, unsicher oder unglücklich wirkt.

Oder Sie merken vor allem bei sich selbst: Ich weiß gerade nicht mehr, wie ich richtig reagieren soll. Sie haben schon erklärt, diskutiert, Verständnis gezeigt, Konsequenzen angekündigt, Grenzen gesetzt oder nachgegeben – und trotzdem verändert sich wenig.

Dann kann Elterncoaching helfen, einen Schritt aus der Situation herauszutreten und gemeinsam genauer hinzuschauen. Nicht zuerst mit der Frage: „Wie bekomme ich mein Kind dazu, sich anders zu verhalten?“ Sondern: „Was könnte hinter diesem Verhalten stecken – und was können wir als Eltern verändern?“

Hinter Verhalten liegt meistens mehr verborgen

Kinder und Jugendliche machen selten etwas einfach nur, um uns das Leben schwer zu machen. Ein Kind, das sich verweigert, kann versuchen, wieder ein Gefühl von Selbstbestimmung zu bekommen. Rückzug kann Schutz sein. Wut kann helfen, eine Grenze zu verteidigen. Kontrolle kann Sicherheit geben. Und hinter einem scheinbaren „Ist mir doch egal“ können ganz andere Gefühle stecken. Das bedeutet nicht, jedes Verhalten gutzuheißen.

Aber es macht einen Unterschied, ob wir ausschließlich versuchen, ein Verhalten wegzubekommen, oder zunächst neugierig darauf werden, wofür es gerade eine Lösung sein könnte. Denn wenn wir besser verstehen, was ein Kind mit seinem Verhalten möglicherweise zu regulieren, zu vermeiden oder zu erreichen versucht, entstehen oft ganz andere Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

Kinderzimmer mit Spielzeug, Büchern und Decken über den ganzen Boden verteilt nach einem Wutausbruch.

Wann kann Elterncoaching hilfreich sein?

Eltern kommen mit sehr unterschiedlichen Fragen zu mir.

Ständige Konflikte und MachtkämpfeVerstehen, wodurch sich Konflikte gegenseitig verstärken, und Möglichkeiten entwickeln, früher aus der Eskalation auszusteigen.
Wut, Rückzug oder VerweigerungHinter das sichtbare Verhalten schauen und herausfinden, welche Bedürfnisse oder Belastungen eine Rolle spielen könnten.
Pubertät und AblösungNähe und Freiheit neu aushandeln und einen Umgang damit finden, dass Jugendliche zunehmend eigene Wege gehen.
Schule, Lernen und LeistungsdruckErwartungen, Verantwortung und Druck sortieren und überlegen, welche Unterstützung tatsächlich hilfreich ist.
Handy, Gaming und soziale MedienGrenzen und Vereinbarungen entwickeln, die Orientierung geben, ohne dass Medien zum täglichen Beziehungskampf werden.
Ängste, Unsicherheit oder geringes SelbstvertrauenÜberlegen, wie Eltern Sicherheit geben können, ohne dem Kind Erfahrungen und Entwicklung abzunehmen.
Regeln und Grenzen funktionieren nicht mehrKlarheit darüber gewinnen, welche Grenzen wirklich wichtig sind und wie sie verbindlich vertreten werden können.
Eltern sind sich uneinigUnterschiedliche Erziehungsstile verstehen und einen gemeinsamen Rahmen entwickeln, ohne dass beide alles gleich machen müssen.
Trennung und Co-ParentingDie Elternrolle von der Paarbeziehung unterscheiden und einen Umgang entwickeln, der das Kind möglichst wenig in Loyalitätskonflikte bringt.
Patchwork-FamilieRollen, Erwartungen, Zugehörigkeit und Grenzen neu sortieren.
Sie fühlen sich erschöpft oder überfordertDen Blick auch auf Ihre eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Ressourcen richten.

Manchmal geht es aber auch um eine ganz andere Frage: Wie möchte ich eigentlich Mutter oder Vater sein? Auch dafür darf Elterncoaching Raum bieten.

Sie können Ihr Kind nicht steuern – aber Sie können etwas verändern

Eltern kommen verständlicherweise häufig mit dem Wunsch ins Coaching, dass sich ihr Kind verändert. Und natürlich darf sich etwas verändern. Gleichzeitig haben wir auf das Verhalten eines anderen Menschen nur begrenzten Einfluss – auch wenn dieser Mensch unser eigenes Kind ist.

Worauf Sie unmittelbar Einfluss haben, ist Ihr eigener Teil der Beziehung.

  • Wie reagieren Sie, wenn Ihr Kind laut wird?
  • Was passiert mit Ihnen, wenn es sich zurückzieht?
  • Wann werden Sie strenger, obwohl Sie eigentlich Nähe herstellen möchten?
  • Wann geben Sie nach, obwohl Ihnen eine Grenze wichtig wäre?
  • Welche Situationen bringen Sie selbst besonders schnell aus dem Gleichgewicht?

Das sind keine Schuldfragen. Es sind Einflussmöglichkeiten.

Denn Beziehungen sind wechselseitig. Wenn ein Mensch beginnt, anders zu reagieren, kann sich auch die Dynamik zwischen mehreren Menschen verändern. Deshalb kann Elterncoaching etwas bewegen, auch wenn Ihr Kind selbst gar nicht am Coaching teilnimmt.

Zwei Personen stehen auf einem hellen Holzboden um fünf farbige Karten mit den Schritten der Gewaltfreien Kommunikation: „Meine Beobachtung“, „Was passiert ist“, „Wie ich mich fühle“, „Was ich brauche“, „Worum ich bitte“.

Grenzen und Verbindung

Bindungsorientiert zu erziehen bedeutet für mich nicht, dass Kinder alles dürfen. Kinder und Jugendliche brauchen Freiheit – und sie brauchen Orientierung. Eltern dürfen Nein sagen. Sie dürfen Entscheidungen treffen, die ihrem Kind nicht gefallen. Sie dürfen erwarten, dass auch ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen respektiert werden. Die spannende Frage ist: Wie kann ich Grenzen setzen, ohne abzuwerten? Und wie kann ich einen Konflikt aushalten, ohne entweder sofort nachzugeben oder die Beziehung zum Machtkampf werden zu lassen?

Eltern müssen nicht perfekt reagieren. Aber sie können lernen, bewusster zu entscheiden, wie sie reagieren möchten.

Wenn Eltern unterschiedlich erziehen

Kinder treffen nicht selten auf zwei sehr unterschiedliche Menschen. Ein Elternteil möchte mehr Freiheit geben. Der andere wünscht sich klarere Regeln. Einer reagiert schnell emotional, der andere zieht sich eher zurück. Einer sorgt sich, der andere denkt: „Das wird schon.“ Unterschiedlichkeit ist zunächst kein Problem.

Schwierig wird es häufig dann, wenn Eltern anfangen, sich gegenseitig für ihren Umgang mit dem Kind abzuwerten – oder wenn ein Kind mitten in diesen Konflikt gerät. Im Elterncoaching geht es deshalb nicht darum, aus zwei Menschen einen Erziehungsstil zu machen. Wir schauen vielmehr: Was ist Ihnen jeweils wichtig? Was möchten Sie Ihrem Kind mitgeben? Wo brauchen Sie einen gemeinsamen Rahmen – und wo darf Unterschiedlichkeit bleiben?

Was haben Sie bisher schon versucht?

Im Elterncoaching beschäftigen wir uns nicht nur damit, was gerade nicht funktioniert, sondern auch damit, was Sie bereits ausprobiert haben – und warum. Denn Eltern handeln in der Regel aus einer Absicht heraus, die ihnen wichtig ist: Sie möchten ihr Kind schützen, fördern, vorbereiten, ihm Grenzen geben oder ihm etwas ersparen. Manchmal führt genau dieser Lösungsversuch irgendwann zu einer Dynamik, die niemand wollte.

Dann ist es wichtig, sich dafür nicht zu verurteilen. Sondern zu verstehen: Was wollten wir erreichen? Was bewirkt unser Verhalten heute? Und welche anderen Möglichkeiten haben wir?

Was sich durch Elterncoaching verändern kann

Elterncoaching kann Sie dabei unterstützen,

  • das Verhalten Ihres Kindes aus einer anderen Perspektive zu betrachten,
  • eigene Reaktionsmuster besser zu verstehen,
  • in schwierigen Situationen ruhiger und klarer zu bleiben,
  • Grenzen verbindlicher zu setzen,
  • Bedürfnisse hinter Konflikten früher wahrzunehmen,
  • Gespräche anders zu führen,
  • als Eltern stärker zusammenzuarbeiten,
  • Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört,
  • Ihrem Kind mehr zuzutrauen
  • und gleichzeitig die eigenen Bedürfnisse und Grenzen wieder ernster zu nehmen.

Das Ziel ist nicht die perfekte Mutter oder der perfekte Vater. Ihr Kind braucht keinen perfekten Menschen. Es braucht eine Beziehung, in der Entwicklung möglich ist.

Wer kommt zum Elterncoaching?

Sie können allein kommen oder gemeinsam als Eltern. Das gilt auch für getrennte Eltern. Ob gemeinsame oder getrennte Gespräche sinnvoller sind, hängt von Ihrer Situation ab. Ihr Kind muss zunächst nicht dabei sein. Manchmal zeigt sich im Laufe des Coachings, dass ein gemeinsames Gespräch hilfreich wäre. Dann besprechen wir das miteinander. Wenn ein Thema mehrere Familienmitglieder betrifft und es sinnvoll ist, gemeinsam an der Dynamik zu arbeiten, kann aus einem Elterncoaching auch ein Familiencoaching werden.

„Wenn wir unsere Kinder besser verstehen wollen, lohnt sich oft der Blick auf die Bedürfnisse hinter ihrem Verhalten.“

Aimée Bastian

Wie ich Sie begleite

Ich schaue gemeinsam mit Ihnen auf Ihre konkrete Situation, auf Ihr Kind, auf Sie selbst und auf die Dynamik, die sich zwischen Ihnen entwickelt hat. Dabei arbeite ich systemisch und hypnosystemisch und verbinde diese Perspektiven unter anderem mit Ansätzen aus der Gewaltfreien Kommunikation und weiteren Methoden aus meiner Coachingarbeit.

Wir würdigen, was Sie bisher versucht haben, suchen nach den Bedürfnissen und guten Gründen hinter Reaktionen und entwickeln konkrete Möglichkeiten, die zu Ihnen und Ihrer Familie passen. Dabei darf auch gelacht werden. Denn Elternsein ist schon anspruchsvoll genug. Coaching sollte nicht noch ein weiterer Ort sein, an dem Eltern erfahren, was sie alles falsch machen.

Sie wünschen sich wieder mehr Sicherheit im Umgang mit Ihrem Kind?

Dann schauen wir gemeinsam darauf, was Sie gerade beschäftigt und was ein hilfreicher nächster Schritt für Sie sein könnte.

Quellen & wissenschaftlicher Hintergrund

Die systemische Perspektive betrachtet das Verhalten von Kindern und Jugendlichen nicht isoliert, sondern auch im Zusammenhang mit Beziehungen, familiären Wechselwirkungen und dem jeweiligen Lebenskontext.

Die folgenden Studien beziehen sich auf systemische Therapie beziehungsweise familienbasierte Interventionen in klinischen Kontexten und nicht auf die Wirksamkeit meines individuellen Elterncoachings. Sie dienen der Einordnung des wissenschaftlichen Hintergrunds der Ansätze, die in meine Arbeit einfließen.

Braus, N. et al. (2025): Who determines the outcome? A three-level meta-analysis on systemic therapy in children and adolescents. Psychotherapy Research.

Seidel, D. H. et al. (2024): Systemic therapy in children and adolescents with mental disorders: a systematic review and meta-analysis. BMC Psychiatry, 24, 125.

Retzlaff, R. et al. (2013): The efficacy of systemic therapy for internalizing and other disorders of childhood and adolescence: a systematic review of 38 randomized trials. Family Process, 52(4), 619–652.

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