Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
Wie sage ich es? In meinen Coachings lernen, verstehen und üben wir gewaltfreie Kommunikation. Damit wir einander besser verstehen und Konflikte früh vermeiden.
Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg unterstützt dich darin, dich selbst und andere besser zu verstehen und dadurch mehr Verbundenheit zu spüren.
Wie kannst du deinem Partner oder deinen Kindern sagen, was du dir wünschst, ohne vorwurfsvoll zu sein? Rosenberg hat wirkungsvolle Möglichkeiten entwickelt, um das, was uns wichtig ist, liebevoll mitzuteilen und Konflikte partnerschaftlich zu lösen. Dabei geht es nicht nur um die richtige Wortwahl, sondern vor allem um die innere Haltung: Stimmt diese, gelingt es uns, so zu sprechen und zuzuhören, dass sich am Ende alle Beteiligten gesehen, verstanden und wertgeschätzt fühlen.
Rosenberg Gewaltfreie Kommunikation im Coaching: Verstehen, üben und im Alltag anwenden
Die Gewaltfreie Kommunikation ist mehr als eine Gesprächstechnik. Sie ist eine Haltung, die darauf abzielt, Verbindung zwischen Menschen herzustellen – insbesondere, wenn Konflikte oder Missverständnisse die Kommunikation bereits beeinflussen.
In meinen Coachings arbeite ich sehr gerne mit diesem Ansatz, weil er dazu beiträgt, dass wir uns selbst und andere besser verstehen und dass wir respekt- und liebevoller miteinander umgehen.
Viele Konflikte entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus unerfüllten Bedürfnissen, die nicht ausgesprochen werden. Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg bietet einen klaren Weg, wie Gespräche konfliktfrei geführt werden können. Sie basiert auf vier Schritten: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte.
Im Coaching lernt ihr, diese Schritte bewusst wahrzunehmen und aktiv anzuwenden.
Wie ich Gewaltfreie Kommunikation in meinen Coachings einsetze
Konkret geht es in vielen Coachings zunächst darum, innezuhalten und eine Situation gemeinsam anzuschauen. Viele Paare und Familien kommen mit offenen Konflikten zu mir, die bereits recht festgefahren sind. Häufig stehen dann Vorwürfe im Raum wie:
- „Er hört mir nie zu.“
- „Sie kritisiert mich ständig.“
- „Unser Kind macht einfach, was es will.“
Wie lösen wir solche Konflikte mit Hilfe Gewaltfreier Kommunikation auf?
Schritt 1: Wir übersetzen diese vorwurfsvollen Aussagen gemeinsam in Beobachtungen, ohne zu bewerten. Der Unterschied ist entscheidend. Eine Bewertung löst oft Abwehr aus, während eine Beobachtung eine gemeinsame Gesprächsgrundlage schafft.
Beispiel:
Statt „Du hörst mir nie richtig zu.“ sagt Betty: „Gestern Abend und eben hast du während unseres Gesprächs auf dein Handy geschaut.“
Allein diese Veränderung kann eine Kommunikation völlig verändern.
Schritt 2: Wir betrachten die Gefühle, die in der Situation entstehen. Wir haben meist nie richtig gelernt, unsere Gefühle präzise zu benennen. Im Coaching entsteht hier oft ein wichtiger Moment der Selbstklärung.
Typische Fragen sind:
- Wie fühlst du dich in dieser Situation?
- Was löst das Verhalten des anderen in dir aus?
- Wie bemerkst du deine Emotion im Körper?
Gefühle sind in der Gewaltfreien Kommunikation ein Hinweis darauf, ob ein Bedürfnis erfüllt ist oder nicht.
Beispiel:
Betty beschreibt, dass sie das Verhalten ihres Mannes als Desinteresse wahrnimmt und sich dadurch sehr verunsichert fühlt. Sie bemerkt dies meist durch einen Druck im Brustkorb und beschreibt ihr Gefühl als Ärger.
Schritt 3: Wir wenden uns den Bedürfnissen zu, die sich hinter dem Ärger und den unausgesprochenen Gefühlen verbergen. Dies können ein Bedürfnis nach Respekt oder auch der Wunsch nach mehr Nähe oder Unterstützung sein.
Viele Konflikte lösen sich teilweise schon auf, wenn die darunter liegenden Bedürfnisse sichtbar werden. Denn plötzlich wird klar: Hinter ihrem Vorwurf und ihrem Ärger steckt eigentlich ein Wunsch nach Verbindung.
Beispiel:
Betty möchte schon seit einiger Zeit ein für sie schwieriges Thema ansprechen. Da ihr Mann, wenn sie ihn anspricht, oft auf sein Handy schaut, verlässt sie der Mut. Sie ist frustriert, wünscht sich aber, dass ihr Mann ihr zuhört und sie in ihrer Angelegenheit unterstützt.
Schritt 4: Schließlich formulieren wir eine konkrete Bitte. Diese sollte klar und umsetzbar sein und gleichzeitig die Freiheit des Gegenübers respektieren.
Beispiel:
Betty fragt: „Ich möchte über etwas mir Wichtiges mit dir sprechen. Wann hast du Zeit dafür? Und wärest du dann bereit, dein Handy ganz wegzulegen, damit wir in Ruhe miteinander sprechen können?“
Im Coaching üben wir solche Formulierungen. Anfangs wirken sie manchmal ungewohnt. Doch mit der Zeit werden sie natürlicher – und verändern oft die gesamte Gesprächskultur in einer Beziehung oder Familie. Probleme werden zwar nicht sofort und für immer gelöst – aber der Ton der Gespräche verändert sich, wenn aus Vorwürfen ein Dialog wird.
Deine Themen im Einzelcoaching
Auch im Umgang mit Kindern kann dieser Ansatz sehr hilfreich sein. Kinder reagieren oft sensibel auf Bewertungen oder Kritik.
Sätze wie: „Du bist immer so unordentlich.“ oder „Dein Zimmer ist ein Saustall!“ führen schnell zu Widerstand. Denn meist sieht das Kinderzimmer nicht so aus, wie es aussieht, weil die Kinder uns ärgern wollten …
Mit Gewaltfreier Kommunikation nach Rosenberg könnte derselbe Inhalt so klingen:
„Ich sehe, dass deine Kleidung auf dem Boden verstreut liegt. Ich merke, dass ich darauf gestresst reagiere. Ordnung ist wichtig für mich, damit ich mich entspannten kann. Kannst du bitte deine Sachen in den Wäschekorb legen?“
Diese Art zu sprechen schafft Klarheit – ohne das Kind abzuwerten.
Im Coaching üben Eltern solche Formulierungen und lernen gleichzeitig, auch die Bedürfnisse ihrer Kinder wahrzunehmen. Oft entsteht dadurch mehr gegenseitiges Verständnis.
Was sich durch Gewaltfreie Kommunikation verändern kann
Die meisten Menschen sind überrascht, wie stark sich Beziehungen verändern können, wenn sie ihre Haltung und damit ihre Sprache verändern. Dabei bedeute Gewaltfreie Kommunikation nicht, Konflikte zu vermeiden. Im Gegenteil: Konflikte dürfen und sollen sichtbar werden. Aber sie werden auf eine Weise angesprochen, die Verbindung ermöglicht.
Im Coaching geht es deshalb nicht nur um Worte, sondern um eine neue innere Haltung:
- Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen
- Bedürfnisse wahrzunehmen
- Respektvoll um Veränderungen im Handeln bitten
- Empathisch zuhören
Viele Klienten berichten nach einiger Zeit, dass Gespräche ruhiger werden und Missverständnisse schneller geklärt werden können.
Quellen und weitere Infos:
