Avalon – wo Meditation auf Mystik trifft

2023 führte mich eine besondere Reise mit einer Gruppe von Frauen nach Südwestengland, auf die Spuren des sagenumwobenen Avalon. Unser Ausgangspunkt war Glastonbury, ein Ort, an dem sich Geschichte, keltische Mythologie und Spiritualität auf faszinierende Weise begegnen.

Der Legende nach ist Avalon jene geheimnisvolle Insel, auf die König Artus nach seiner letzten Schlacht gebracht wurde. In späteren Erzählungen begegnen uns dort auch weise, heilkundige Frauen und Priesterinnen. Ob es Avalon jemals wirklich gegeben hat, weiß niemand. Doch die Geschichten haben über Jahrhunderte nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.


Auf den Spuren alter Mythen

Unsere Reise führte uns zu verschiedenen Orten, die mit diesen Überlieferungen verbunden sind: zum Glastonbury Tor, der weithin sichtbaren Anhöhe mit ihrem einsamen Turm, zu alten Quellen und heiligen Stätten und bis nach Cornwall zur sagenumwobenen Merlin’s Cave bei Tintagel.

Natürlich besuchten wir auch Stonehenge, den berühmten prähistorischen Steinkreis. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir allerdings ein weit weniger bekannter Ort: eine Wiese mit uralten Steinen, irgendwo auf dem englischen Land, fernab der Touristenströme. Ein paar Kühe grasten hinter dem Zaun, wir gaben dem Bauern einige englische Pfund und durften dort in aller Ruhe meditieren. Ein wunderbarer Kontrast zum Trubel rund um Stonehenge.

Wir wanderten, tauschten uns aus und meditierten viel miteinander. Dabei ging es auch darum, unsere Wahrnehmung zu schulen: Was verändert sich, wenn wir still werden, die Aufmerksamkeit bewusst nach innen richten und unseren Gedanken einmal nicht sofort folgen?


Zwischen Intuition und innerer Stille

Ein wichtiger Teil unserer Reise war die gemeinsame Meditation. Wir beschäftigten uns mit den Bildern und Symbolen Avalons, mit weiblicher Weisheit, Intuition und der Frage, wie wir unserer eigenen Wahrnehmung mehr Raum geben können.

Was wir als besondere Energie eines Ortes empfinden, lässt sich sicher unterschiedlich erklären. Vielleicht sind es die Landschaft, die Geschichten, unsere Erwartungen oder einfach die Ruhe, die uns aufmerksamer werden lässt.

Für mich muss das kein Widerspruch sein. Ich kann mich von alten Mythen berühren lassen, ohne sie wörtlich nehmen zu müssen. Und ich kann mich auf ungewohnte Erfahrungen einlassen, ohne für alles sofort eine Erklärung zu brauchen.

Was ich von dieser Reise mitgenommen habe, ist vor allem die Erfahrung, wie wertvoll es sein kann, gemeinsam still zu werden, genauer hinzuspüren und der eigenen Intuition zuzuhören.

Denn manchmal entdecken wir gerade dann etwas Neues, wenn wir für einen Moment aufhören, nach Antworten zu suchen.

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